Löwentanz

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Löwentanz Slideshow

Der Löwentanz ist ein Teil der alten chinesischen Kultur und somit auch eng mit den chinesischen Kampfkünsten verbunden. Eine Löwentanzvorführung ist immer etwas Spektakuläres und findet zumeist zum Chinesischen Neujahr statt. Aber auch zu Wettkämpfen, der Eröffnung eines Restaurants oder einer Gung Fu Schule bieten die Kung Fu Schüler mit dem Löwentanz ihr ganzes Können auf.

Der genaue Ursprung des Löwentanzes ist nicht bekannt. Doch finden sich Hinweise darauf schon in den Chroniken aus der Han Dynastie wieder. Eine der Legenden, die sich über den Löwentanz bis heute erhalten hat, erzählt, dass es einmal einen Kaiser gegeben hat, der um seiner Gesundheit willen Kung Fu übte und viel meditierte. Er machte sich sehr große Sorgen, da sein Reich zu zerfallen drohte, und er nicht wusste, wie er den Problemen beikommen könnte. Da hatte er eines Nachts einen Traum, in welchem ihm eine fürchterliche Bestie gegenüber stand. Er war überzeugt, dass dies ein Hinweis sei und ließ seine Handwerker dieses Tier herstellen, welches er im Traum gesehen hatte. Er glaubte fest daran, dass es seinem Volk Reichtum und Gesundheit bringen würde. Und so arbeiteten seine Männer so lange, bis des Kaisers Traum Wirklichkeit geworden war. So soll der Löwentanz entstanden sein.

Der Löwe stammt eigentlich nicht aus China. Er soll vielmehr erst vor etwa 1000 Jahren durch Westasien eingeführt worden sein. Es finden sich jedoch Hinweise darauf, dass der Löwe bereits von Anfang an als "königlich" oder "himmlisch" angesehen wurde. Auch heute findet man überall in China noch das Symbol des Löwen, wenn es auch oft mit dem wirklichen Aussehen eines Löwen wenig gemein hat. So kann man an vielen Eingängen zu Behörden oder Schulen zwei Löwen sehen, oder als Stickereien auf den Anzügen von Offizieren. Der Löwe ist den Buddhisten heilig und ein Wahrzeichen für Mut und Energie.

Der Löwentanz ist eine wirkliche Kunst für sich. Nur sehr gute Kung Fu Kämpfer, die ausgesprochen stark sind, und gute Stellungen haben, beherrschen den Löwentanz. Der Tänzer muss sich mit dem Löwen so identifizieren können, dass seine Bewegungen ganz natürlich wirken.

Man muss in der Lage sein, die acht grundlegenden Emotionen repräsentieren zu können: gereizt, hungrig, glücklich, traurig, ängstlich, besorgt, mißtrauisch und gierig.

Auch beim Löwentanz findet sich die Spaltung in nördlich und südlich. Der südliche Löwe ist unten geöffnet, während die Kämpfer beim nördlichen Löwen geschlossen im Kostüm stecken. Beim nördlichen Löwen ist der Tanz auch akrobatischer als beim südlichen. Der Löwe, der aus einem Kopf besteht, unter dem ein Kämpfer steckt, und einem Körper aus Stoff, unter welchem sich ein weiterer Kämpfer befindet, wird von einer Gruppe von Musikern begleitet, die den Rhythmus des Tanzes bestimmen. Es ist eine ganz typische Musik mit Trommel, Becken und Gong. Bei dem Tanz geht es darum, dass der Löwe einige Probleme besteht, um an ein Geschenk zu gelangen, das manchmal hochgebunden wird, so dass der Tänzer um weiterzukommen auf Stühle steigen oder einen menschlichen Turm mit den anderen Tänzern bilden muss.

Es gibt ganz bestimmte Regeln, die der Löwe beachten muss, um nicht in Konflikt mit anderen Kung Fu Schulen zu kommen. So ist es üblich, dass die älteren Schulen einen Löwenkopf mit einem langen, weißen Bart und vielfarbigem Körper haben. Der Tanz wird mit mehr Behaglichkeit und Würde ausgeführt. Der schwarze Löwenkopf repräsentiert meist eine junge Schule und steht für Stärke und Jugend. Wenn eine Schule mit zwei Löwenköpfen auf der Straße erscheint, so bedeutet dies, dass es eine gute Schule mit einem guten Lehrer ist. Begegnen sich zwei Löwen von verschiedenen Schulen auf der Straße, so muss sich der Rhythmus der Trommel und auch der Kopf des Löwen senken.

Die Herstellung des Löwenkopfes ist ebenfalls eine regelrechte Kunstfertigkeit. Er wiegt zwischen 20 und 40 Kilogramm und wird handgearbeitet. Er ist so konstruiert, dass sich die Augenlider bewegen lassen, ebenso wie der Mund. Dies erfordert eine große Geschicklichkeit vom Kämpfer, der während er sich in sehr anstrengenden Stellungen bewegt, gleichzeitig mit beiden Armen, die erhoben sind, den Löwenkopf hochhalten muss, und die Augenlider, bzw. den Mund öffnet oder schließt. Bei manchem Löwentanz kann man dann sehen, dass die Kämpfer sich untereinander abwechseln.

Der Löwenkopf ist sehr aufwendig gestaltet und beinhaltet noch andere Merkmale, die z.B. etwas über die Schule aussagen. Wenn man sich mit diesen Merkmalen auskennt, kann man sehr viel darüber erfahren, wer oder was gerade von dem Löwen repräsentiert wird.

Manche Löwenköpfe repräsentieren z.B. einen General und sind an der Farbe ihres Gesichtes (z.B. rot bei Kuan Kuen) oder ihren Gebärden zu erkennen. Oft finden sich auch Geldstücke auf dem Hinterkopf, oder ein Horn in der Mitte des Gesichtes. Ausgefranste Ohren, ein kurzes stumpfes Horn und schwarze Augenbrauen und Bart symbolisieren den schwarzen Löwen, der auch "herausfordernder Löwe" genannt wird und seine Liebe und Neigung zum Kampf zeigt.

Beim Löwentanz gibt es so viele verschiedene Variationen und Ausdrucksweisen sowie Unterschiede bei der Gestaltung des Löwenkopfes, dass man sie nicht alle aufzählen kann. Auf jeden Fall aber ist der Löwentanz immer ein besonderes Ereignis und aus der chinesischen Kultur nicht wegzudenken.